Die Frage war einfach: „Welches Unternehmen würden Sie in Ihrer Amtszeit gerne noch einmal besuchen? Haben Sie noch einen Herzenswunsch?“ Oberbürgermeister Pit Clausen zögert nicht lange und antwortet: „Ich war noch nie in der Produktion von Dr. Oetker.“
Gesagt, getan: Gemeinsam mit Gregor Moss, dem Geschäftsführer der WEGE Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Bielefeld mbH (WEGE mbH), und Prokurist Henrich Hardieck besuchte Oberbürgermeister Pit Clausen die Produktionsstätte von Dr. Oetker.

Hundert Jahre Nachbarschaft
„Das hätten Sie aber früher haben können, schließlich sind wir seit 100 Jahren hier“, begrüßt Jirko Heide, Produktionsleiter Werkleiter bei Dr. Oetker, die Gäste und erinnert damit an die langjährige Verbundenheit zwischen Bielefeld und dem weltweit agierenden Traditionsunternehmen.
Vonseiten Dr. Oetker nehmen außerdem Doris Abeln (Sprecherin der Geschäftsleitung Deutschland), Axel Zinke (Mitglied der Geschäftsleitung Deutschland) sowie Thierry Krauser (Pressesprecher) an dem Besuch teil.
„Wir begrüßen ausdrücklich, dass sich Politik und Verwaltung proaktiv um uns bemühen. Trotz aller Herausforderungen, mit denen unser Unternehmen konfrontiert ist, sind wir hier am Standort zufrieden,“ so Axel Zinke.
Während Jirko Heide die Besucher*innen durch die Hallen führt, zeigt er ihnen die Dimensionen des Standorts auf: „Wir produzieren hier für etwa 25 Länder: von flüssigen Aromen über Finesse-Produkte zum Backen bis hin zu Produkten in Pulverform wie Backpulver, Milchreis oder Pudding.“ Dabei ist das Grundprinzip seit hundert Jahren dasselbe: „Mischen, sieben, abfüllen.“
Die Produktion findet sowohl in Bielefeld als auch in Oerlinghausen statt. Insgesamt sind an beiden Standorten 539 Mitarbeiter*innen beschäftigt, davon 309 in Bielefeld. Auf dem rund 100.000 Quadratmeter großen Bielefelder Werksgelände kommen 14 Maschinen und 22 Abfüllanlagen zum Einsatz, mit denen 325 verschiedene Artikel produziert werden. Die Gesamtproduktion beider Standorte umfasst etwa 507 Artikel und erreicht eine jährliche Produktionsmenge von ca. 1,268 Milliarden Stück. Die Produkte werden unter anderem in Länder wie Deutschland, Belgien, Frankreich, Italien, Japan und Kanada exportiert.
Innovation als Erfolgsrezept
Bei Dr. Oetker ist Stillstand ein Fremdwort. „Wir stecken viel Arbeit in die Entwicklung neuer Produkte und Trends“, erklärt Heide. Als Beispiel nennt er eine geplante Produktreihe speziell für Airfryer. Doris Abeln ergänzt lachend: „Den muss zurzeit jeder haben!” Zum Firmenjubiläum ist sogar eine Tiramisu-Pizza geplant, nachdem die Schoko- und Fischstäbchenpizzen bereits so erfolgreich waren.
Der hohe Innovationsgrad des Unternehmens zeigt sich auch in der Produktion selbst: Führerlose Gabelstapler fahren autonom durch die Hallen und moderne Maschinen arbeiten präzise. Hier wird kontinuierlich in die Zukunft des Unternehmens investiert.
Urvertrauen und Geling-Garantie
Was macht Dr. Oetker zu dem, was das Unternehmen heute ist? Doris Abeln hat eine klare Antwort darauf: „Unser USP ist das Urvertrauen und die Geling-Garantie. Unsere Kunden sagen: Auf euch ist Verlass. Wir verschenken Freude, Momente und ein Gefühl von Zuhause.“
Diese Philosophie zieht sich durch das gesamte Unternehmen. Es geht nicht nur um Produkte, sondern um Erlebnisse und um Momente, die Menschen zu Hause schaffen.
Letzter Besuch
Selbst zum Ende seiner Amtszeit kann man Pit Clausen noch überraschen: „Im Prinzip ist es hier heute noch wie bei dem alten Oetker in der Obernstraße. Nur eben mit industriellen Mitteln und unter dem Einsatz von Hightech. Es war spannend zu sehen, wie die Produktion hier funktioniert“, resümierte Clausen abschließend nach seinem letzten offiziellen Unternehmensbesuch in der Bielefelder Wirtschaft.