Was war. Was ist. Was kommt.

Ein Gespräch über Wandel, Verant­wortung – und die Zukunft der Wirtschafts­förderung in Bielefeld.

  • Herr Moss, die WEGE feiert in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen. Wie haben sich die Aufgaben der Wirtschaftsförderung im Laufe der Zeit verändert?

    Gregor Moss: Seit 25 Jahren begleite ich die WEGE und die Erwartungshaltungen und die Anforderungsprofile an eine Wirtschaftsförderung haben sich in der Tat verändert – und auch wieder nicht. Geblieben ist, dass wir als Non-Profit-Unternehmen Hilfestellung für jedes Bielefelder Unternehmen leisten. Eine weitere Konstante bildet die Aktivierung von Gewerbeflächen im Bestand. Gleichzeitig hat sich Arbeitswelt in den zurückliegenden Jahren stark verändert und wir mussten darauf reagieren.

  • Und was ist heute anders?

    Moss: Unsere Netzwerkarbeit. Unterschiedliche Akteure an einen Tisch bringen und miteinander vernetzen, das haben wir schon vor 25 Jahren gemacht. Aber heute hat die digitale Welt die Netzwerkarbeit völlig verändert.

    Unsere vor über zehn Jahren ins Leben gerufene Kampagne „Das kommt aus Bielefeld“ hat so noch einmal eine ganz andere Dynamik und Wertigkeit erfahren.

  • Wie haben Sie die Entwicklung über die Jahre erlebt, Herr Clausen?

    Pit Clausen: Ich habe als Ratsmitglied und seit 2002 als Fraktionsvorsitzender die Gründungsphase der WEGE mitbekommen und glaube, es lohnt ein Blick zurück. Damals waren Massenentlassungen, Sozialpläne und Unternehmensstilllegungen an der Tagesordnung. Ein Kernthema war, den Strukturwandel zu begleiten und zu gestalten. Damals war die Wirtschaftsförderung ja noch in die Organisation der Stadt Bielefeld integriert.

  • Warum wurde das geändert und die WEGE gegründet?

    Clausen: Der Gründungsimpuls war, ein klares Profil als Einheit für die Wirtschaft in einer eigenständigen GmbH zu schaffen – mithilfe von externen Partnern mit besonderer Wirtschaftskompetenz, die von der Sparkasse über den Unternehmerverband bis hin zu den Gewerkschaften reichten. Ein entscheidender Unterschied war und ist, dass um Lösungen nicht mehr öffentlich in der politischen Arena gerungen wird, sondern sie im Aufsichtsrat diskret vorbereitet, entwickelt und auch Mehrheiten dafür gefunden werden. Immer mit der Maßgabe, den besten Weg zu finden, um die Wirtschaft am Standort Bielefeld weiterzuentwickeln. Ich glaube, man darf heute sagen: Das haben wir richtig gemacht.

  • Wenn Sie die Arbeit der WEGE mit drei Worten charakterisieren sollten, welche wären das?

    Moss: Ich bin dankbar dafür, dass wir unorthodox arbeiten dürfen. Das ist für ein überwiegend kommunal bestimmtes Unternehmen nicht selbstverständlich. Das Zweite ist, dass wir kundenorientiert arbeiten und uns an den rund 14.000 Unternehmen orientieren, die wir in Bielefeld betreuen dürfen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein kleines Unternehmen, einen Hidden Champion oder einen Konzern handelt. Und als Drittes darf ich mit Stolz sagen, dass wir zukunftsorientiert arbeiten. Wir sind regional wie deutschlandweit vernetzt, greifen Kernthemen des Wirtschaftslebens auf und reagieren darauf.

  • Und wie würden Sie die Arbeit der WEGE mit drei Merkmalen beschreiben, Herr Clausen?

    Clausen: Unser Selbstverständnis ist erstens, nah dran an den Unternehmen zu sein, mit ihnen zusammen zu agieren. Wir sagen ihnen nicht, was zu tun ist, sondern die Unternehmer sagen uns, wo sie uns brauchen. Zweitens arbeiten wir flexibel. Und drittens verstehen wir uns als Ermöglicherin. Wir suchen nicht nach Schwierigkeiten, sondern nach Lösungen.

  • Apropos Lösungen. Frau Erdmann, welche Maßnahmen sind aus Ihrer Sicht besonders effektiv, um lokale Unternehmen zu unterstützen?

    Jennifer Erdmann: Die WEGE ist für mich eine echte Kümmerin, die wichtige aktuelle Themen aufgreift und in die Unternehmen trägt. Und sie bringt Menschen zusammen.

  • Was heißt das konkret?

    Erdmann: Die WEGE vermittelt Kontakte unter den heimischen Unternehmen und zu Menschen mit besonderer Expertise. Sie öffnet Türen und fördert den Wissenstransfer untereinander. Dadurch entsteht ein wichtiges Netzwerk in unserer Stadt, von dem alle Beteiligten profitieren. Ein Beispiel: Ich erlebe die WEGE als Interessenvertretung insbesondere für kleinere Unternehmen, die keine großen Budgets für Personalgewinnung und Marketing haben. Dank des Know-hows in diesem Netzwerk ist es ihnen möglich, diese Aufgaben auch mit einfachen Bordmitteln stemmen zu können.

  • Steht die Entwicklung des einzelnen Unternehmens dabei auch stellvertretend für die gesamte Bielefelder Wirtschaft?

    Clausen: Wirtschaft ist ja viel Gefühltes, aber es gibt auch objektive Daten, die die positive Entwicklung beschreiben. Wir haben in Bielefeld mit 170.000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten so viele wie noch nie. Wir haben heute Gewerbesteueraufkommen von 300 Millionen Euro im Jahr. Als ich das Amt des Oberbürgermeisters übernommen habe, waren wir noch unter 100 Millionen. Wenn wir auf die Struktur der Wirtschaft schauen, können wir wirklich glücklich sein, weil sie sehr divers ist und wir nicht am Tropf einer einzelnen Branche hängen. Das macht die Robustheit der wirtschaftlichen Entwicklung in Bielefeld aus.

  • Bei aller Robustheit – was sind die aktuellen Themen und Herausforderungen?

    Clausen: Es gibt einige Megathemen wie die Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Künstliche Intelligenz, Transformation und auch der Fach- und Arbeitskräftemangel, der Gesprächsthema bei fast allen meinen Unternehmensbesuchen ist. Auch bei diesem Thema spielen das Netzwerken und „Das kommt aus Bielefeld“ als überregionale Darstellung des Wirtschaftsstandorts eine Rolle. Damit einher gehen Werbeeffekte und Auswirkungen auf die Akquise-Chancen für die Unternehmen vor Ort.

    Moss: „Das kommt aus Bielefeld“ wurde zur 800-Jahr-Feier der Stadt Bielefeld ins Leben gerufen und war als Marketingkampagne angedacht, um Bielefeld als Wirtschaftsstandort bekannter zu machen. Denn wir wussten aus unterschiedlichen Quellen, dass der Standort zwar in Fachkreisen bekannt war, nicht aber der Allgemeinheit. Ziel unserer Kampagne war es, das zu drehen und die Stärken der Stadt sowie ihrer vielfältigen Wirtschaft mit ihren zahlreichen Hidden Champions nach außen sichtbar zu machen. Ich denke, das ist uns gelungen. Gleichzeitig hat sich die Initiative im Laufe der Jahre selbst gewandelt und weiterentwickelt.

  • Was ist mit „Das kommt aus Bielefeld“ passiert?

    Moss: Der Fokus hat sich verschoben. Aus einer anfänglichen Kampagne ist ein Partnernetzwerk mit 200 aktiven Unternehmen und weiteren Multiplikatoren geworden. Wir bringen die Wirtschaft zusammen, laden regelmäßig Experten ein, die zu relevanten Themen referieren und ihr Wissen teilen. Viele Unternehmen sind inzwischen tief in diesen Netzwerken verankert und können daraus unheimlich viel Know-how ziehen.

    Erdmann: Ich erinnere mich zum Beispiel sehr gut an einen Anruf der WEGE, in dem es Anfang 2022 darum ging, Unternehmen auf dem Weg zum klimagerechten Wirtschaften zu begleiten und eine Peer-Group zum Thema EU-Taxonomie zu gründen. Ein wichtiges Thema, das viele größere Unternehmen in unserer Stadt betrifft und bei dem es zu der Zeit noch große Unsicherheit gab. „Welche Berichtspflichten kommen auf uns zu und wie können wir die notwendigen Daten dafür erheben?“ Das waren Fragen, die viele Unternehmen umgetrieben haben. Auch uns. Die WEGE hat dabei geholfen, zu diesen Fragen große Unternehmen aus Bielefeld und OWL wie Phoenix Contact, Weidmüller, Schüco, Dr. Wolff oder Goldbeck zusammenzubringen – auch wir als Sparkasse waren dabei. Diese Peer Group besteht bis heute. Sie hat inzwischen ein Expertenlevel erlangt und trifft sich zweimal im Jahr.

  • Sind solche Unternehmen nicht selbst groß genug, um solche Themen stemmen zu können?

    Erdmann: Auch wenn es in jedem dieser Unternehmen mittlerweile echte Experten für das Thema gibt, tauschen wir uns weiterhin aus, denn die Treffen haben einen echten Mehrwert für uns. Hier kommen wir auf Augenhöhe und niedrigschwellig in einen fachlichen Austausch und können einander auch fragen: „Wie macht ihr das eigentlich?“ So tauschen wir Erfahrungen aus und lernen von- und miteinander.

    Clausen: Beim Thema Austausch hat sich bei den Unternehmen wirklich etwas verändert. Vor 20 oder 30 Jahren hatte keiner Lust, seine Herausforderungen mit anderen zu teilen. Man blieb für sich und erzählte es der Konkurrenz erst recht nicht, wenn man eine Lösung gefunden hatte. Man sah sich im Wettbewerb mit anderen. Heute hat sich das Selbstverständnis dahin verändert, dass ich als Unternehmer auch etwas von anderen lernen kann.

  • Wie wichtig sind Netzwerke beim Standortmarketing und bei der Stärkung der lokalen Wirtschaft?

    Clausen: Ich glaube, man kann sagen, dass sich ein Markenselbstverständnis für Bielefeld durch „Das kommt aus Bielefeld“ und auch darüber hinaus für Ostwestfalen-Lippe gebildet hat. Denn Bielefeld ist Teil einer Wirtschaftsregion, die nicht an der Stadtgrenze endet. Dort endet auch unser Denken nicht. Wenn sich ein Unternehmen zum Beispiel nicht in Bielefeld ansiedeln kann, dann schauen wir, ob es zum Beispiel nicht einen Platz in Herford gibt. Auch die bundesweite Wahrnehmung der Region hat sich deutlich verändert. OWL gilt heute als wirtschaftliches Schwergewicht. Man weiß: Da kommt was her, das kennt man.

  • Ist das auch „Das kommt aus Bielefeld“ zu verdanken?

    Moss: Ich bin überzeugt, dass die Idee funktioniert hat. Auch die Firmen haben uns reflektiert, dass sie in der Öffentlichkeit mehr wahrgenommen werden. Nicht nur der Standort Bielefeld, sondern die gesamte Region hat partizipiert. Im Zuge dessen sind wir auch mit unseren Partnerorganisationen, beispielsweise aus Gütersloh oder Paderborn, enger zusammengerückt.

  • Wie äußert sich dieses neue Miteinander?

    Moss: Als die Teilnahme an der Immobilienmesse Expo Real auf der Kippe stand, weil ein wichtiger Partner ausgeschieden war, haben wir uns mit Paderborn und Gütersloh darauf verständigt, gemeinsam alles daran zu setzen, weiter präsent zu sein. Da versteht sich die Region inzwischen völlig anders, als das in der Vergangenheit der Fall war.

    Erdmann: Aus Perspektive der Sparkassen kann ich sagen, dass ein Bewusstsein entstanden ist, stolz darauf zu sein, aus dieser Region zu kommen. Wir haben es in diesem Jahr erstmals geschafft, dass alle Sparkassen aus OWL an der Expo Real teilnehmen. Wir haben uns gemeinsam einen Stand gemietet, um ein Zeichen als Sparkassen in OWL zu setzen. Von der kleinsten bis zur größten Sparkasse wollten alle mitmachen. Und das ist ein tolles Signal.

  • Braucht es bei diesen Entwicklungen dann noch eine städtische Wirtschafts­förderungs­gesellschaft?

    Clausen: Die Wirtschaft ist der Motor einer Stadt, ohne sie läuft alles nicht, egal ob Kulturentwicklung, Sozialprogramme oder Hilfe für Familien. Wenn wir den Motor nicht am Laufen halten, der den Wohlstand produziert, dann ist alles andere nicht möglich. Deshalb muss man sich um diesen Motor kümmern und das kann eine Kommune über die Wirtschaftsförderung zumindest teilweise beeinflussen. Deshalb ist Wirtschaftsförderung auch heute noch wichtig und nach meinem Empfinden Chefsache, die es diskret zu handhaben gilt.

  • Welche Rolle spielen Start-ups für die „Motorleistung“ des Wirtschaftsstandorts, die ja auch durch die Ansiedlung der Founders Foundation in Bielefeld Einzug gehalten haben?

    Moss: Wir haben schon immer Firmengründungen in dieser Stadt unterstützt. Mit jeder Neugründung ist auch eine Chance verbunden.

    Mit der Founders Foundation, dem Pioneers Club, den Hochschulen und dem Bielefelder Startup Paket hat sich in den letzten Jahren ein Ökosystem speziell für Startups entwickelt. Wir sind der Founders Foundation und der Bertelsmann Stiftung sehr dankbar, dass sie sich für Bielefeld als Standort entschieden und damit wichtige Impulse für Innovation in unserer Stadt gesetzt haben.

  • Warum wurde von der WEGE und der Stadt Bielefeld ein eigenes Start-up-Paket ins Leben gerufen?

    Moss: Wir haben uns gefragt, ob die Errichtung eines klassischen Gründerzentrums heute noch zeitgemäß ist – denn letztlich würde man damit ein eher starres Konzept vorgeben, das nicht mehr den dynamischen Anforderungen der heutigen Gründerszene entspricht.

    Clausen: Aus diesem Gedanken heraus ist das Bielefelder Start-up-Paket entstanden – ein flexibles und unbürokratisches Förderprogramm, das Startups mit einem Mietkostenzuschuss unterstützt. Die Gründer entscheiden selbst, von welchem Standort in Bielefeld sie ihr Unternehmen entwickeln möchten. Da schauen zum Teil schon Menschen aus Düsseldorf drauf und fragen uns: Was habt ihr denn da gemacht?

    Moss: Bislang haben wir 70 Start-ups finanziell unterstützt und weiteren Support in einem umfassenden Netzwerk geboten. Aktuell befinden sich 50 Start-ups in der Förderung, die gewissen Anforderungskriterien unterliegen.

  • Wo Start-ups sind, werden auch häufig Investoren gesucht. So wurde auch der Teuto Seed Club, der erste Business Angel Club in OWL, mit Unterstützung der WEGE ins Leben gerufen, bei dem auch die Sparkasse Fördermitglied ist. Welche Chancen bietet die Zusammenarbeit von Start-ups aus Sicht etablierter Unternehmen?

    Erdmann: Das ist eine Win-win-Situation für beide Seiten. Auf der einen Seite profitieren die jungen Unternehmer von den Kontakten, vom Austausch und von der großen Erfahrung der Mittelständler in der Region. Und immer wieder geht es auch um Investitionen. Denn gute Ideen sind oft nur umzusetzen, wenn auch der finanzielle Background da ist. Die etablierten Unternehmen wiederum profitieren von den jungen, frischen Ideen. Und sie haben das nötige Kleingeld, um den Start-ups dabei zu helfen, diese auch umzusetzen.

  • Sie haben auf Initiative der WEGE die Funktion einer Mentorin für Start-ups übernommen. Wie kann man sich das vorstellen?

    Erdmann: Im Rahmen des Mentoring-Programms des Bielefelder Start-up-Pakets haben Gründer die Chance, zu bestimmten Fragestellungen auf Gesprächspartner ihrer Wahl zurückzugreifen. In meinem Fall beispielsweise unter anderem zum Thema Finanzierung oder zum Thema Businesspläne. Die Gründer stellen uns Mentoren ihr Projekt vor und löchern uns mit ihren ganz spezifischen Fragen. In so einem Gespräch gibt es viele Aha-Erlebnisse. Und alle Seiten profitieren. Das ist schön, spannend und macht Spaß. Und da sind wir auch ganz schnell wieder beim Netzwerkgedanken.

  • Seit Sommer 2021 kümmert sich die WEGE zusammen mit dem Bauamt der Stadt Bielefeld und Bielefeld Marketing auch um das Citymanagement. Was ist dabei der Job der WEGE?

    Moss: Das ist eine Teamarbeit, bei der sich die Stadt sowohl originär um ordnungspolitische Aufgaben kümmert als auch um die administrativen Aufgaben, die Bielefeld Marketing Veranstaltungen und Aktionen organisiert, um Menschen in die Stadt zu bringen, und wir als WEGE zentrale Ansprechpartnerin und Unterstützerin für die Innenstadtakteure sind und uns um die Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes inkl. der Leerstände kümmern. Deshalb ist es uns ein großes Anliegen, dass z.B. die Karstadt-Immobilie weiter bespielt wird. Wir versuchen, Leerstände zu verhindern und wenn sie trotzdem eintreten, wieder mit Leben zu füllen, zum Beispiel durch Pop-up-Stores oder im besten Fall durch eine Neuvermietung.

    Clausen: Es ist unsere Aufgabe, Leben in die Stadt zu bringen. Die Menschen suchen das und wollen keine tote Betonwüste. Wir müssen dranbleiben, neue Entwicklungen anzustoßen und zu begleiten, weil sich stationärer Einzelhandel aus vielerlei Gründen verändert.

    Erdmann: Die Stadt ist ja auch ein Aushängeschild, zieht Arbeitnehmer an und ist sehr wichtig für Unternehmen. Man möchte, dass die Mitarbeitenden gern herkommen und gern hier leben.

    Moss: Um es auf den Punkt zu bringen: Die Stadt ist unsere Visitenkarte. Sie liegt auf dem Tisch, wenn Sie sich national bewerben.

  • Ein wichtiges Thema sind neben der Innenstadtentwicklung auch die bereits erwähnten Gewerbeflächen …

    Moss: Der Mangel an Gewerbeflächen in Bielefeld ist hinlänglich bekannt und diskutiert.

    Die WEGE hat in der Vergangenheit für die Stadt Bielefeld in der „Interkomm“, einem interkommunalen Gewerbegebiet im Schnittpunkt der Städte Bad Salzuflen, Herford und Bielefeld, die Interessen der Stadt Bielefeld vertreten und dieses Gelände mit den Partnerstädten mit großem Erfolg entwickelt und vermarktet. Obwohl der Bebauungsplan für die aktuelle Weiterentwicklung mit dem Arbeitstitel „Hellfeld 2“ noch nicht rechtskräftig ist, sind bereits jetzt 100 Prozent der künftig verfügbaren Fläche schon wieder vermarktet. Dies unterstreicht die anhaltend hohe Nachfrage nach Gewerbeflächen in der Region.

  • Gibt es weitere Projekte?

    Moss: Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich im Süden Bielefelds im Bereich Windflöte ab. Auf Weisung des Regionalrats und der Bezirksregierung Detmold stehen wir in engem Austausch mit den Umlandkommunen, um dort ein interkommunales Gewerbegebiet zu realisieren. Dieses konstruktive Miteinander ist aus meiner Sicht ein zukunftsweisender Schritt – und ich bin überzeugt, dass sich diese Form der Zusammenarbeit weiter etablieren wird.

  • Wenn so viel erreicht ist – gibt es dann noch Potenzial für die Zukunft?

    Clausen: Ein Thema mit Potenzial ist für mich die Kooperation mit den Hochschulen. Unsere Hochschullandschaft ist eine Perle und ich glaube, dass die WEGE da noch mehr Anknüpfungspunkte generieren könnte. Da möchten wir Anstifter sein.

  • Und wenn Sie zurückschauen, welches der Projekte hat Sie am meisten berührt oder inspiriert?

    Erdmann: Als ich 2017 nach Bielefeld kam, bin ich tatsächlich als erstes auf das Projekt der WEGE „Mehr Frauen in Führung – so geht‘s“ gestoßen. Die WEGE hat schnell Kontakt mit mir aufgenommen und mich und andere Frauen in Führung untereinander vernetzt. Ich kann mich daran erinnern, dass ich nicht gedacht hätte, dass in Bielefeld so viele Frauen in Führungspositionen arbeiten. Und ich war begeistert, dass das so normal ist. Das fand ich sehr positiv und die Initiative war sehr einladend für einen Neuankömmling wie mich.

    Moss: Ein einzelnes Projekt hervorzuheben würden den vielen anderen Projekten nicht gerecht werden. Mir sind einige Besuche bei heimischen Unternehmen mit Herrn Clausen besonders in Erinnerung geblieben. Wenn dann jemand zu uns gesagt hat: „Ohne die WEGE wäre das hier nicht möglich gewesen“ – das war wie ein Ritterschlag. Über ein ehrliches Wort des Dankes freut man sich sehr und ist für uns Motivation genug, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen.

Übersicht