Die WEGE und Oberbürgermeisterin Dr. Christiana Bauer besuchen zusammen den Pioneers Club und sprechen über Fahrradstellplätze, OWL und die Frage, wie Bielefeld attraktiv bleibt.

2016 fing alles mit rund 800 Quadratmetern in der Bielefelder Altstadt an. Heute ist der Club auf etwa 4.000 Quadratmeter gewachsen und bietet mehr als 200 Mitgliedern Platz. Jährlich finden knapp 90 Events statt. Es gibt Coworking-Flächen, Meetingräume, ein Podcaststudio, eine Media Area, eine Dachterrasse, eine Pioneers Kitchen, ein Talent Center und seit Kurzem auch das Pioneers Theatre im ehemaligen Astoria-Theater am Klosterplatz.
Kurz gesagt: Was 2016 als Coworking-Space begann, ist heute ein lebendiger Ort für Arbeit, Austausch und neue Ideen.
Genau deshalb war der Besuch von Oberbürgermeisterin Dr. Christiana Bauer im Pioneers Club mehr als ein klassischer Unternehmensbesuch. Gemeinsam mit der WEGE war sie zu Gast an einem Ort, der viel darüber aussagt, wie die Bielefelder Wirtschaft auch aussehen kann: stark vernetzt, nah an den Menschen und mitten in der Stadt.
Ein Ort, an dem Bielefeld ein bisschen schneller denkt
Begleitet wurde der Rundgang von Geschäftsführerin Britta Herbst, die den Pioneers Club zusammen mit Kevin Pamann leitet. Sie führte die Gäste durch die Räume, erklärte das Konzept und zeigte ihnen, was den Coworking Space bis heute ausmacht.
Dieser war nämlich einer der ersten Orte in Bielefeld, an dem Arbeit anders gedacht und gelebt wird. Anstelle fester Büroflure und geschlossener Türen gibt es hier flexible Arbeitsplätze, eigene Büros, offene Begegnungsflächen, Veranstaltungen und eine Community, in der Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammenkommen.
Startups sitzen hier neben Freelancer:innen, Agenturen neben digitalen Expert:innen, Kreative neben Mittelständler:innen, junge Unternehmen neben erfahrenen Unternehmerpersönlichkeiten. Wer hier arbeitet, bekommt nicht nur WLAN, Kaffee und einen Schreibtisch, sondern auch Kontakte, Impulse und manchmal genau die eine Idee, die ein Projekt manchmal weiterbringt.
Für Bielefeld ist das ein echter Standortvorteil. Denn eine Stadt wird genau dann für Unternehmen attraktiv, wenn man merkt: Hier passiert etwas. Hier finde ich Ideen, Partner, Talente und Räume, in denen man Dinge ausprobieren kann.
Auf wenigen Metern ziemlich viel Zukunft
Neben den Räumlichkeiten erhielt Oberbürgermeisterin Bauer auch Einblicke in die Arbeit mehrerer Unternehmen. Mit dabei waren unter anderem Ohja.ai, KUNDENFOKUSSIERT, The Trailblazers und Bright Medicus.
Diese Auswahl zeigt bereits, wie breit der Pioneers Club aufgestellt ist. Ohja.ai beschäftigt sich mit KI und Automatisierung. KUNDENFOKUSSIERT unterstützt Unternehmen bei Social Media, Podcasting und digitaler Sichtbarkeit. The Trailblazers arbeiten an Kommunikation, PR und Geschichten für Unternehmen im Wandel. Bright Medicus entwickelt mit „Praxis as a Service“ neue Ansätze für die hausärztliche Versorgung.
Plötzlich geht es bei nur einem Unternehmensbesuch um künstliche Intelligenz, Markenaufbau, Gesundheitsversorgung, Kommunikation, Fachkräfte, Digitalisierung und die Frage, wie Unternehmen morgen arbeiten werden.
Vom Fahrradstellplatz bis zur Standortstrategie
Im direkten Austausch zwischen Oberbürgermeister, WEGE und Britta Herbst wurde es dann sehr konkret. Themen waren Bielefeld als Wirtschaftsstandort, die Region OWL und die Frage, wie die Stadt attraktiv bleibt.
Dabei wurden nicht nur die großen Themen angesprochen. Es wurden auch ganz praktische Fragen gestellt: Gibt es genug Fahrradstellplätze am Klosterplatz? Wie gut ist die Innenstadt erreichbar? Was brauchen Unternehmen, um Fachkräfte zu gewinnen und zu halten? Und wie kann Bielefeld noch sichtbarer zeigen, was hier wirtschaftlich, kreativ und technologisch bereits passiert?
Das klingt erst einmal kleinteilig. Ist es aber nicht. Denn genau an solchen Punkten entscheidet sich, wie gut eine Stadt im Alltag funktioniert. Wer möchte, dass Menschen gern in Bielefeld arbeiten, muss auch darüber sprechen, wie sie morgens ankommen, wo sie ihr Fahrrad abstellen, wo sie sich treffen und ob sie nach Feierabend noch gern in der Stadt bleiben.
Der Besuch zeigte damit: Standortentwicklung beginnt nicht erst bei großen Strategien. Sie beginnt auch dort, wo Menschen zusammenkommen, Ideen teilen und gemeinsam ausprobieren, was morgen funktionieren könnte.