Aktuelle Wirtschaftsdaten

Die aktuellen Kennzahlen zum Stand 30. Juni 2025 zeigen: Der Wirtschaftsstandort Bielefeld entwickelt sich trotz schwieriger Rahmenbedingungen insgesamt stabil.

Geopolitische Spannungen, hohe Energiepreise, unterbrochene Lieferketten und der Fachkräftemangel prägen die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die aktuellen Kennzahlen für Bielefeld zeigen jedoch, dass sich der Standort insgesamt stabil entwickelt.

Oberbürgermeisterin Dr. Christiana Bauer und Ulrike Meier von der WEGE mbH stellen die aktuellen Wirtschaftsdaten für den Standort Bielefeld vor.

„Unsere Wirtschaftsdaten zeigen sehr deutlich, dass Bielefeld selbst in einem anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfeld noch ein stabiler und widerstandsfähiger Standort ist. Eine breite Branchenstruktur, die positive Beschäftigungsentwicklung und die enge Vernetzung von Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Stadtgesellschaft sind wichtige Stärken, denen wir gemeinsam dafür Sorge tragen (müssen), dass dies auch in Zukunft so bleibt “, sagt Oberbürgermeisterin Dr. Christiana Bauer.

Zum Stichtag 30. Juni 2025 ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Bielefeld im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 Prozent gestiegen. Sie erhöhte sich von 167.251 auf 168.581 Beschäftigte. Das entspricht einem Zuwachs von 1.330 Personen. Im Zehnjahresvergleich verzeichnet Bielefeld ein Plus von 20.317 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten beziehungsweise 13,7 Prozent. Damit liegt die Stadt weiterhin über dem Durchschnitt von Ostwestfalen-Lippe, Nordrhein-Westfalen und dem Bund.

Bielefeld bleibt zudem ein bedeutender Arbeitsort für die Region. 77.471 Einpendler stehen 45.503 Auspendlern gegenüber. Daraus ergibt sich ein positiver Saldo von 31.968 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies ebenfalls einem leichten Anstieg.

Im Zehnjahresvergleich von 2016 bis 2025 zeigen sich Beschäftigungszuwächse vor allem im Dienstleistungssektor einschließlich Handel. So legten die wirtschaftlichen Dienstleistungen in den vergangenen zehn Jahren um rund 17 Prozent zu und stellen mit 24.954 Beschäftigten einen der größten Teilsektoren dar. Deutliche Zuwächse wurden auch im Gesundheitswesen, im Sozialwesen, in Verwaltung, Bildung und Erziehung sowie im Bereich Information und Kommunikation verzeichnet.

Im produzierenden Gewerbe zeigt sich folgendes Bild: Mit 16.234 Erwerbstätigen ist die Metall-, Elektro-, Maschinenbau-, Fahrzeugbau- und Reparaturbranche im Jahr 2025 der größte industrielle Bereich in Bielefeld und verzeichnet im Zehnjahresvergleich einen leichten Zuwachs von 0,8 Prozent. Überdurchschnittlich im Vergleich zu Bund, Land und OWL ist in diesem Zeitraum vor allem der Bausektor mit einem Plus von 40,8 Prozent auf insgesamt 7.017 Personen gewachsen. Die Chemie-, Pharma- und Kunststoffbranche legte mit 15,7 Prozent überdurchschnittlich auf insgesamt 2.490 Beschäftigte zu.

Das Bild der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit ist differenziert: Einerseits bleibt der Standort auf einem vergleichsweise hohen Niveau. So liegt das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf der Erwerbstätigen in Bielefeld weiterhin über den Vergleichswerten von Bund, Land und Ostwestfalen-Lippe. Von 2022 auf 2023, den aktuellen verfügbaren Zahlen, stieg es zudem um 5,1 Prozent. Das verfügbare Einkommen je Einwohner lag im Jahr 2023 mit 27.062 Euro jedoch unter dem Durchschnitt von Bund, Land und Region. Gründe hierfür liegen u.a. in der hohen Bedeutung der Branchen Soziales und Gesundheit für den Standort, in denen in Bielefeld im Vergleich zu anderen Städten überproportional viele sozialversicherungspflichtig Beschäftigte arbeiten.

Ebenfalls positiv zeichnet sich das Gründungsgeschehen in der Stadt ab. Gemessen am Verhältnis von Neugründungen zu Betriebsaufgaben zeigt sich seit 2016 eine positive Entwicklung.

Im bundesweiten Städterranking des DDW belegt Bielefeld wie in den vergangenen Jahren Platz 9 unter den 100 Städten mit den meisten Top-Mittelständlern.

Ulrike Meier von der WEGE mbH resümiert: „Die Bielefelder Wirtschaft profitiert von ihrer starken mittelständischen Prägung und den vielen familiengeführten Unternehmen. In der Zehnjahresreihe zeigt sich insgesamt eine nahezu durchgängig positive Entwicklung. Gleichzeitig ist nicht auszuschließen, dass sich die geopolitische und konjunkturelle Lage und die damit verbundenen Herausforderungen mittelfristig auch auf unseren Standort auswirken werden.“

Dr. Bauer ergänzt: „Gerade deshalb ist es unsere Aufgabe als Stadt, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen und wirtschaftspolitische Impulse zu setzen. Wir wollen Unternehmen sowie Gründerinnen und Gründer dabei unterstützen, noch resilienter zu werden, Innovationen voranzutreiben und Beschäftigung in Bielefeld langfristig zu sichern.“

Die vollständigen Wirtschaftsdaten sind online im Regioboard Bielefeld abrufbar.

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