Süsterplatz wird zum Reallabor

City.Team Bielefeld unterstützt Projekt zur Ermittlung der Besuchsfrequenz


Am Bielefelder Süsterplatz und in der Bahnhofstraße werden Geräte zur Frequenz-Erfassung von Besucherinnen und Besuchern getestet. Die Technik könnte mittelfristig die veraltete „Passantenfrequenz“-Zählung per Hand ersetzen. Ziel der Erfassung ist es, Handlungsbedarfe zu erkennen und Planungen zu überprüfen. Das Projekt wird von dem Digitalisierungsbüro der Stadt Bielefeld mit wissenschaftlicher Begleitung des Fraunhofer IOSB-INA durchgeführt und vom City.Team Bielefeld unterstützt.

Jens-Peter Seick, Fraunhofer IOSB-INA · Jens Edler, Digitalisierungsbüro der Stadt Bielefeld · Charlotte Höpker, City.Team Bielefeld auf dem Süsterplatz in Bielefeld · Foto: Sarah Jonek

Daten schaffen Grundlagen


Welche Routen bevorzugen Besucherinnen und Besucher der Innenstadt? Welche Bereiche werden häufig frequentiert, welche können Unterstützung gebrauchen? An welchen Stellen bilden sich bei Stadtfesten große Menschenansammlungen? Welche Auswirkungen haben Straßensperrungen auf die Besuchsfrequenz? Die Klärung dieser und ähnlicher Fragen schafft wichtige Voraussetzungen für eine nachhaltige und zukunftsfähige Stadtentwicklung.

Vor dem Start des Reallabors führten das Fraunhofer IOSB-INA und das Digitalisierungsbüro der Stadt Bielefeld Workshops mit den Interessengruppen durch, um die Bedarfe einer Messung der Frequenz in der Innenstadt zu identifizieren. Nur wenn die Qualität der Daten von den Geräten und die Aussagekraft der Auswertungen die Anforderungen erfüllen, kommt die Technik für den flächendeckenden Einsatz in Bielefeld in Frage.

Test läuft bis Ende April


Am Süsterplatz wurden die innovativen Geräte von zwei herstellenden Unternehmen installiert. „Wir haben uns für diesen begrenzten Testbereich entschieden, da wir hier den größten Teil der identifizierten Anwendungsfälle nachbilden und pilotieren können“, erklärt Jens-Peter Seick vom Fraunhofer IOSB-INA. Zusätzlich sind zum Abgleich auch Geräte im Bereich der Bahnhofstraße installiert. Während der Erprobung werden beispielsweise Testpersonen durch den Bereich geschickt, um die Funktionen der Geräte zu verifizieren.

Innovativ und sicher


Die Geräte bieten die neueste Technik für die automatisierte Erfassung von Besuchsströmen, indem sie die Mobilgeräte vorbeigehender oder -fahrender Menschen in der Innenstadt erfassen. Personenbezogene Daten werden dabei nicht registriert. Die Technik arbeitet nach Angaben der Hersteller datenschutzkonform und ist bereits in Einkaufszentren im Einsatz. Outdoor steht die Erprobung der Technik noch am Anfang.

„Wenn der Test im Reallabor erfolgreich ist, könnte die neue Technik in der Bielefelder Innenstadt auf den wichtigsten Straßen und Plätzen installiert werden und so eine dauerhafte Erfassung von Besuchsströmen möglich machen. Das würde uns wichtige Erkenntnisse für eine strategische Ausrichtung von Projekten geben“, erklärt Charlotte Höpker vom City.Team Bielefeld und fügt hinzu: „Die Technik kann deutlich differenziertere Antworten liefern als die veraltete Zählung per Hand oder die Erfassung mit klassischer Zähllinientechnik.“

Weitere Fragen beantwortet Charlotte Höpker vom City.Team Bielefeld per Mail an hoepker@wege-bielefeld.de oder telefonisch unter 557 660 47.