Energiespar-
maßnahmen

Kurzfristige Energiesparmaßnahmen

Das müssen Betriebe ab dem 1. September beachten

Die Gasversorgungslage ist angespannt. Deshalb soll Deutschland bis März 2023 ein Fünftel an Gas einsparen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat das  Bundeskabinett  am 24. August eine Energieeinsparverordnung beschlossen, nach der für Unternehmen ab dem 1. September eine Reihe neuer Vorschriften gelten. Besonders öffentliche Unternehmen, die Energie-, Immobilien-, Tourismuswirtschaft und der Handel müssen nun kurzfristig eine Reihe von Maßnahmen umsetzen. Wir geben einen Überblick, welche neuen Vorgaben für die Wirtschaft gelten, um die Sparziele zu erreichen.

Was gilt für Einzelhandel und Unternehmen?

Geschäfte müssen ihre Ladentüren geschlossen halten, damit weniger Wärme entweichen kann. Ausnahmen gelten, sofern das Offenhalten nicht für die Funktion des Ein- oder Ausganges als Fluchtweg erforderlich ist.

Leuchtreklame
bzw. Werbeanlagen dürfen nur zwischen 16 und 22 Uhr geschaltet werden. Länger leuchten dürfen sie nur, wenn die hellen Tafeln auch der Sicherheit dienen, zum Beispiel in Unterführungen. Auch die Beleuchtung von Autobahntankstellen bleibt an, da sie als wichtig für die Verkehrssicherheit betrachtet wird. Ebenfalls nicht betroffen sind Schaufenster und Straßenlaternen.

In Arbeitsräumen von Unternehmen gelten Mindesttemperaturen. Sie entsprechen den Maximaltemperaturen für Arbeitsräume in öffentlichen Gebäuden. Demnach gilt: In Räumen, in denen die Mitarbeiternden vor allem am Computer sitzen, soll auf mindestens 19 Grad geheizt werden. Führen die Mitarbeitenden mittelschwere Arbeit – vor allem im Stehen und Gehen aus – sind 16 Grad vorgesehen. Für Räume, in denen schwere körperliche Arbeit verrichtet wird, müssen es mindestens 12 Grad sein.

Gasversorger und Vermieter von Mehrfamilienhäusern werden verpflichtet, ihre Mieter bis Ende September über den vorangegangen und voraussichtlichen Energieverbrauch, Kosten und Einsparmöglichkeiten zu informieren. Durch die persönliche Ansprache sollen die Verbraucher vor drastisch steigenden Gaspreisen effektiver gewarnt und zum Sparen animiert werden.

Was ist für öffentliche Gebäude und Orte vorgesehen?

In Arbeitsräumen in öffentlichen Gebäuden soll weniger geheizt werden. Die Verordnung sieht dabei mehrere Abstufungen vor: In Räumen, in denen die Mitarbeitenden vor allem am Computer sitzen, soll auf maximal 19 Grad geheizt werden. Führen die Mitarbeitenden mittelschwere Arbeit – vor allem im Stehen und Gehen aus – sind 16 Grad vorgesehen. Für Räume, in denen schwere körperliche Arbeit verrichtet wird, ist die Grenze 12 Grad.

Bereiche wie Flure und Foyers oder Gemeinschaftsflächen, die nicht dem Aufenthalt von Personen diesen, sollen gar nicht mehr geheizt werden.

Diese Regeln gelten nicht für Krankenhäuser, Kitas, Schulen oder ähnliche Einrichtungen. Sollten die Beschäftigten durch die geringe Raumtemperatur gesundheitlich gefährdet werden und keine anderen Gegenmaßnahmen ergriffen werden können, zum Beispiel Homeoffice, können die Maximaltemperaturen überschritten werden.

Wo möglich, soll nur noch kaltes Wasser zum Händewaschen verwendet werden – sprich Durchlauferhitzer und Boiler, die überwiegend zum Händewaschen vorgesehen sind, müssen ausgeschaltet werden.

Bei zentralen Trinkwassererwärmungsanlagen muss die Temperatur auf das Maß reduziert werden, “das nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik erforderlich ist, um ein Gesundheitsrisiko durch Legionellen im Wasser zu vermeiden.” Nach der Empfehlung des Umweltbundesamtes liegt diese Temperatur bei Anlagen mit mehr als 400 Litern zwischen 55 bis 60 Grad. Ausnahmen gelten für Anlagen, bei denen der “Betrieb von Duschen zu den gewöhnlichen betrieblichen Abläufen gehört.

Weihnachtsmarktbeleuchtung ist laut Verordnung nicht von Einschränkungen betroffen, genauso wenig wie die Beleuchtung auf Volksfesten.

Was habe Gas- und Wärmelieferanten zu beachten?

Für Gas- und Wärmelieferanten gelten eine Reihe von Informationspflichten, wenn sie Eigentümer von Wohngebäuden oder Nutzer von Wohneinheiten leitungsgebunden mit Gas oder Wärme beliefern. Sie müssen ihren Kunden unter anderem über den Energieverbrauch und die Energiekosten der vorangegangenen und künftigen Abrechnungsperiode informieren, aber auch das rechnerische Einsparpotenzial des Gebäudes bei Absenkung der Durchschnittstemperatur um 1 Grad.

Eigentümer von Wohngebäuden mit weniger als zehn Wohneinheiten müssen die Informationen der Lieferanten unverzüglich an die Nutzer weiterleiten.

Eigentümer von Wohngebäuden mit mindestens zehn Wohneinheiten müssen den Nutzern diese Informationen bis zum 31. Oktober 2022 mitteilen, ergänzt um spezifische Angaben zu der jeweiligen Wohneinheit. Erhalten sie vom Energielieferanten nur allgemeine Informationen, etwa für das Gesamtgebäude, müssen sie auf Grundlage typischer Verbräuche bis zum 31. Januar 2023 eine individualisierte Mitteilung erstellen. Sie sind zudem verpflichtet, Kontaktinformationen und eine Internetadresse einer Verbraucherorganisation, einer Energieagentur oder sonstigen Einrichtung mitzuteilen beziehungsweise auf die Kampagne “80 Millionen gemeinsam für Energiewechsel” (www.energiewechsel.de) mit entsprechenden Tipps hinzuweisen.

Drohen Strafen?

Nach dem Energiesicherheitsgesetz könnten Bußgelder bis zu 100.000 Euro verhängt werden, für beharrliches Zuwiderhandeln sind sogar bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe möglich. Für den Vollzug sind die Länder verantwortlich. Die Landesbehörden entscheiden im Einzelfall.

Wie lange gilt die Energiesparverordnung?

Die Energiesparverordnung gilt zunächst für ein halbes Jahr – bis zum 28. Februar 2023.

19. - 30. September 2022

Green Innovation WEEKS

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Nachhaltiges Wirtschaften

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Mit den Green Stories im Rahmen des Projekts DAS KOMMT AUS BIELEFELD versucht die WEGE der Wirtschaft Orientierung und Hilfestellung zu geben. Best Practise Beispiele aus Unternehmen, Eventtipps sowie eine Übersicht mit Institutionen, die die Unternehmen bei der grünen Transformationen unterstützen, finden Sie auf der Landingpage.

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