Wo KI die Pflege unterstützen kann
Künstliche Intelligenz kann Pflegekräfte entlasten, Informationen besser verfügbar machen und neue Möglichkeiten in der Versorgung eröffnen. Für Petra Krause gehört dazu aber immer ein kritischer Blick. „KI wird niemals Beziehung oder Empathie ersetzen können“, betont die Pflegedirektorin des Evangelischen Klinikums Bethel und des Krankenhauses Mara. Entscheidend sei, Technik dort einzusetzen, wo sie Pflegenden und den Menschen, die sie versorgen, tatsächlich hilft.

Die Möglichkeiten sind vielfältig. KI und digitale Anwendungen können beispielsweise administrative Aufgaben erleichtern, Spracherkennung nutzen oder Informationen miteinander verknüpfen. Gerade in einem Beruf, der in vielen Bereichen längst hochtechnisiert ist, werden digitale Kompetenzen deshalb immer wichtiger. Dass solche Entwicklungen nicht allein in den Kliniken stattfinden, zeigt die gut vernetzte Bielefelder Gesundheitswirtschaft, in der ZIG OWL, Hochschulen, Kliniken und weitere Akteure zusammenkommen. Für Petra Krause bedeutet das auch, Pflegekräfte bereits in Ausbildung und Weiterbildung darauf vorzubereiten: Sie sollen offen für neue Technologien sein, sie ausprobieren – und ihren Einsatz zugleich kritisch hinterfragen.
Potenzial sieht Petra Krause auch in der ambulanten Pflege. Wer Menschen zu Hause versorgt, weiß beim nächsten Besuch nicht unbedingt, was seit dem letzten Termin passiert ist. Digitale Lösungen könnten dabei helfen, Veränderungen besser zu erfassen und wichtige Informationen verfügbar zu machen. Spannend findet Petra Krause in diesem Zusammenhang auch die Idee eines „Pflegeavatars“, für den sie selbst angefragt wurde. Gerade im häuslichen Umfeld sieht sie darin Möglichkeiten – vorausgesetzt, der Einsatz erfolgt bewusst und mit den notwendigen Schutzmechanismen. Denn Pflege arbeitet mit hochsensiblen Daten und sehr persönlichen Informationen. Deshalb muss genau darauf geachtet werden, wie diese verarbeitet werden und welche Anbieter zum Einsatz kommen. Offenheit für Innovation und klare Grenzen gehören für Petra Krause zusammen.
Das gilt ebenso für die Ausbildung. Als eine Auszubildende einmal ankündigte, schnell ihre „Freundin ChatGPT“ zu fragen, zeigte sich für Petra Krause ganz praktisch, vor welcher Herausforderung die Gesundheitsakademie steht: KI darf beim Lernen unterstützen, eigenes Wissen und den Erwerb fachlicher Kompetenzen aber nicht ersetzen. „Der ganz bewusste Umgang mit KI und den Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, ist einfach elementar“, unterstreicht Petra Krause.
Veranstaltungstipp
KI in der Pflege
Wie kann Künstliche Intelligenz Pflegekräfte entlasten? Dieser Frage widmet sich das sechste Forum „Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen“. In insgesamt vier Vorträgen geht es um unterschiedliche Aspekte des KI-Einsatzes. Petra Krause berichtet über „KI für die Pflege: Erfahrungen im Krankenhaus und in der Langzeitpflege“, Mila Peckmann von der UNITY AG über „Intelligente Prozesse in der Pflege“. Veranstalter sind Der Soziale Zirkel (DSZ), die IHK Ostwestfalen zu Bielefeld und das Zentrum für Innovation in der Gesundheitswirtschaft OWL (ZIG OWL).
Wann: 28.10.2026, 14 bis 18 Uhr
Wo: IHK Ostwestfalen, Ostwestfalensaal, Elsa-Brändström-Straße 1–3, Bielefeld
Die Teilnahme ist kostenfrei, die Zahl der Plätze begrenzt.