Bereit, wenn es darauf ankommt

Das neue Notfall- und Intensivmedizinische Zentrum (NIZ) zeigt, was moderne Notfallmedizin leisten kann

Wenn jede Minute zählt, muss jeder Handgriff sitzen. Genau dafür ist das neue Notfall- und Intensivmedizinische Zentrum (NIZ) am Klinikum Bielefeld gebaut worden. Nach den ersten Wochen im Regelbetrieb zeigt sich, wie die Menschen in Bielefeld von den neuen Strukturen profitieren – und warum das NIZ zugleich ein starkes Signal für die Gesundheitswirtschaft in Ostwestfalen-Lippe ist.

Fotos auf dieser Seite: Vanessa Battré

Wer medizinische Hilfe braucht, denkt selten über Gebäude nach. Es zählt, dass die richtigen Menschen, die passende Technik und die notwendigen Entscheidungen im entscheidenden Moment zusammenkommen. Genau dafür ist das neue Notfall- und Intensivmedizinische Zentrum (NIZ) am Klinikum Bielefeld entstanden. Nach der Eröffnung im Juni ist inzwischen der Alltag eingekehrt. Ende August sollen die letzten Umzüge abgeschlossen sein – dann läuft das NIZ vollständig im Regelbetrieb. Für die Bielefelderinnen und Bielefelder bedeutet das vor allem eins: schnellere Wege, moderne Abläufe und eine medizinische Versorgung, die für die Zukunft gerüstet ist. Gleichzeitig macht das NIZ sichtbar, welche Bedeutung die Gesundheitswirtschaft inzwischen für Bielefeld und Ostwestfalen-Lippe besitzt. Mit dem Universitätsklinikum OWL, der Universität Bielefeld, zahlreichen Unternehmen der Gesundheitswirtschaft sowie Forschungseinrichtungen gehört Ostwestfalen-Lippe zu den Regionen, in denen Gesundheitsversorgung, Wissenschaft und Innovation immer enger zusammenwachsen. Das neue Zentrum spiegelt diese Entwicklung – und ist zudem ein sichtbares Bekenntnis zum Gesundheitsstandort Bielefeld.

Alles greift ineinander

Rund 60 Millionen Euro investierte das Klinikum Bielefeld in den Neubau. Entstanden ist dabei weit mehr als zusätzliche Fläche. Herzstück ist die neue Zentrale Notaufnahme mit integrierter Notfallpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe. Erstmals werden Patientinnen und Patienten über eine gemeinsame Anmeldung gesteuert. Ambulante und stationäre Notfallversorgung greifen unmittelbar ineinander. Ergänzt wird das Konzept durch 23 Behandlungsplätze, zwei Schockräume mit direkter CT-Anbindung sowie eine Aufnahmestation für stationäre Patientinnen und Patienten. Auch die Intensivmedizin wächst deutlich: Künftig stehen bis zu 40 Intensivbetten sowie modern ausgestattete Patientenzimmer mit kurzen Wegen zur Verfügung.

Auf rund 7.700 Quadratmetern ist ein zukunftsorientiertes Gesamtkonzept entstanden, das moderne Architektur, digitale Infrastruktur und hochleistungsmedizinische Versorgung miteinander verbindet. Kurze Wege zwischen Notaufnahme, Intensivstation, Diagnostik und Operationsbereichen beschleunigen Abläufe. Großzügige Patientenzimmer, moderne Überwachungstechnik und sogenannte Flow-Stations schaffen zugleich bessere Bedingungen für Behandlung und Pflege. Das NIZ verbindet damit Funktionalität und Patientenorientierung auf hohem Niveau.

Von diesen Strukturen profitieren vor allem die Menschen in der Region. Zeitkritische Entscheidungen lassen sich schneller treffen, Untersuchungen erfolgen ohne unnötige Transportwege und die Bereiche Rettungsdienst, Notaufnahme, Diagnostik und Intensivmedizin arbeiten heute noch enger verzahnt zusammen. Hinzu kommt eine vollständig neu organisierte Verkehrsführung, die konsequent an den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten ausgerichtet ist. Rettungsdienst, Krankentransporte, Besucherinnen und Besucher sowie der Individualverkehr werden getrennt geführt. Überdachte Haltezonen, barrierefreie Zugänge, Kurzzeit- und Storchenparkplätze sowie die direkte Anbindung des Hubschrauberlandeplatzes verbessern Orientierung und Sicherheit gleichermaßen. Was im Hintergrund nach Logistik klingt, macht im Ernstfall oft den entscheidenden Unterschied. Für Geschäftsführer Michael Ackermann ist das NIZ deshalb weit mehr als ein Neubau: „Die ersten Wochen nach dem Umzug machen deutlich, welch wichtigen Meilenstein das Klinikum Bielefeld nach innen und außen erreicht hat. Die Erweiterung der Infrastruktur mit zukunftsfähig aufgestellten Strukturen in der intensiv- und notfallmedizinischen Versorgung sowie ein neues Erscheinungsbild machen uns zu einer neuen Landmarke in Bielefeld und der gesamten Umgebung.“

Der Kraftakt hinter dem Neustart

Dass das NIZ heute im Regelbetrieb angekommen ist, war alles andere als selbstverständlich. Während der Klinikbetrieb uneingeschränkt weiterlief, erfolgte der Umzug Schritt für Schritt. „Der Übergang in den Regelbetrieb der neuen Zentralen Notaufnahme und Intensivstationen war herausfordernd, aber reibungslos“, sagt Geschäftsführer Michael Ackermann. Rund 50 Mitarbeitenden bereiteten den Umzug vor und sorgten dafür, dass die Versorgung der Patientinnen und Patienten jederzeit gewährleistet blieb. Parallel mussten Arbeitsabläufe neu organisiert und technische Systeme in Betrieb genommen werden. „Die alles bedurfte einer monatelangen Vorbereitung und präzisen Planung“, so Michael Ackermann. Das Ergebnis ist bereits jetzt sichtbar: „Seit Ende Juni können wir feststellen: Es hat sich gelohnt. Der Zulauf an Patientinnen und Patienten wird strukturiert empfangen und entzerrt versorgt.“

Versorgung mit Weitblick

Der Blick in den Klinikalltag zeigt, wie notwendig diese Investition war. Durchschnittlich rund 120 Patientinnen und Patienten werden täglich in der Notaufnahme behandelt. Mit der gemeinsamen Anmeldung von Klinikum und Kassenärztlicher Vereinigung sowie der neuen Aufnahmestation stehen dafür nun deutlich bessere räumliche und organisatorische Voraussetzungen bereit. „Der wachsende Zulauf in den Notaufnahmen ist auch am Klinikum Bielefeld zu spüren. Dafür haben wir jetzt entsprechende Räumlichkeiten und auch eine Aufnahmestation für stationäre Fälle in der Nacht“, erläutert Michael Ackermann.

Das NIZ verbessert damit nicht nur die Versorgung einzelner Patientinnen und Patienten. Gleichzeitig erhöht es die Leistungsfähigkeit eines Hauses der Maximalversorgung, das Menschen aus Bielefeld und der gesamten Region Ostwestfalen-Lippe behandelt. Mehr als 3.000 Mitarbeitende versorgen hier jährlich rund 43.000 stationäre und 110.000 ambulante Patientinnen und Patienten. Als Campus des Universitätsklinikums OWL verbindet das Klinikum Spitzenmedizin, Forschung und Lehre unter einem Dach. Mit dem NIZ erhält diese Rolle nun auch die baulichen und organisatorischen Voraussetzungen für die kommenden Jahrzehnte. Für die Bürgerinnen und Bürger ist das die vielleicht wichtigste Botschaft: Mit dem NIZ ist moderne Notfall- und Intensivmedizin in Bielefeld längst Alltag geworden. Davon profitieren die Menschen in der Stadt ebenso wie die gesamte Region Ostwestfalen-Lippe – und ein Gesundheitsstandort, der seine Zukunft aktiv gestaltet.

Ein Beitrag der gemeinsamen Initiative „Bielefeld gestaltet Gesundheit“ von ZIG und WEGE.

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